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Gespräch mit Ted Hood, CEO, von Source UK Services Ltd, London, www.source.info.
Herr Hood, die Markteinführung von Source hat einiges an Aufsehen erregt. Wer steht hinter der Marke „Source”?
Source wurde von der Bank of
America, von Merrill Lynch, Goldman Sachs und Morgan Stanley
gegründet. Der europäische ETF-Markt hat über das vergangene
Jahr ein starkes Wachstum verzeichnet und unter Beweis gestellt,
ein unumgänglicher Markt zu sein. Aber wir dachten, etwas
anderes machen zu müssen, um Mehrwert für den Kunden und
im europäischen Markt insgesamt zu schaffen. Die Markteinführung
eines weiteren ETF-Anbieters hätte Investoren keinen Nutzen
gebracht. Dies brachte alle drei Banken zusammen, da wir
alle über bedeutende Erfahrung mit ETF-Märkten und der Abbildung
von Index-Wertentwicklungen verfügen. Durch die Zusammenführung
unserer Kenntnisse denken wir, mehr leisten und höhere Liquidität
und Transparenz anbieten zu können, und somit die Fragmentierung
des europäischen ETF-Marktes zu reduzieren. Source wurde
als eine offene „Multi-Broker/Dealer“-Plattform geschaffen,
um die Stärken der Gründungspartner zu vereinen, und die
es anderen Marktteilnehmern erlaubt, über eine offene Architektur
der Plattform von Source beizutreten. Ausgehend von 3 Swap-Anbietern
für ETF-Produkte beabsichtigen wir, in diesem Jahr noch weitere
Partner der Plattform hinzuzufügen, um rund 5 Swap-Anbieter
zum Jahresende zu haben und langfristig etwa 7-8.
Stellen Privatkunden auch
eine wichtige Zielgruppe dar?
Das Geschäft mit Privatkunden
ist letztendlich ein wichtiges Kundensegment für Source.
Wir glauben aber, dass wir zuerst das volle Potenzial des
institutionellen ETF-Handels in Europa ausschöpfen müssen.
In den USA stammen 50% des ETF-Handelsvolumens von Seiten
der Privatanleger. In Europa hingegen sind Private noch keine
sehr aktiven ETF-Investoren und kommen für weniger als 10%
des Volumens auf. Dies liegt unter anderem daran, dass in
Europa dasselbe ETF-Produkt im Durchschnitt an vier verschiedenen
Börsen gelistet wird. Das Resultat ist, dass in Europa das
tägliche Handelsvolumen von ETFs weniger als 2% des gesamten
verwalteten Fondvermögens ausmacht. In den USA liegt das
Handelsvolumen bei 17% der verwalteten Vermögenswerte. Wir
glauben, dass darin eine Chance für alle Marktteilnehmer
besteht, wenn wir es schaffen, diese Liquiditätslücke zu
schliessen. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschlossen,
an nur einer Börse zu listen. Die erste Produktreihe von
Source ist daher ausschliesslich an der Deutschen Börse (Xetra)
gelistet. Diese Entscheidung fiel aufgrund von Rückmeldungen
von Investoren hinsichtlich der effizientesten und zugänglichsten
Handelsplattform für ETFs und ETCs.
Was sind die Vorteile der Source-Plattform im Vergleich zur Konkurrenz?
Die Source-Plattform bietet
Investoren drei zentrale Vorteile: 1) Konzentrierung von
Liquidität 2) Diversifikation des Kontrahentenrisikos und
3) Reduzierung der Marktfragmentierung. Wir erreichen dies
durch eine verbesserte Listingstrategie, indem wir jeden
ETF von Source an nur einer Hauptbörse anbieten. Wir reduzieren
und streuen das Kontrahentenrisiko, indem wir die UCITS III-Anforderungen
für den Derivateanteil auf 4,5% heruntersetzen und dies über
verschiedene Swapkontrahenten diversifizieren. Durch die
offene Plattformarchitektur von Source zielen wir darauf
ab, weiteren Anbietern für ETPs eine Alternative zu bieten
und uns beizutreten. Dies reduziert eine weitere Fragmentierung
des ETP Marktes und führt zu einer verbesserten Liquidität.
Sie haben 13 Aktien-ETFs und 22 Rohstoff-ETCs aufgelegt. Werden Sie dieses Tempo von Produkteinführungen fortführen?
Wir haben mit dem begonnen, was wir als die bedeutenden Aktien-ETFs erachten. Die T-ETC-Produkte bestehen aus einer Reihe breit abgedeckter Rohstoffgruppen, Sub-Index-Engagements und Einzelrohstoffe. Hier sahen wir die Gelegenheit, das bestehende Marktangebot zu verbessern, in dem wir jeden T-ETC durch U.S.- Schatzanweisungen absichern. Der Investor hat jetzt im Markt eine ETC-Alternative, die deutlich verbesserte Eigenschaften und günstigere Preise aufweisen. Zu Jahresende zielen wir darauf ab, eine Palette von 70 ETFs und T-ETCs anzubieten, die ein ähnliches Profil wie ein breit diversifiziertes Depot über verschiedene Anlageklassen haben.
Was ist Ihrer Meinung nach das Potenzial des europäischen ETF/ETC-Marktes?
Im Allgemeinen sehr positiv. Es ist jedoch noch positiver, wenn der europäische Markt strukturelle Verbesserungen durchläuft. Über die letzten Jahre haben wir substantielles Wachstum im verwalteten Anlagevermögen beobachten können und sehr positive Eingänge in 2008, als die meisten Investmentfonds Mittelabflüsse zu verzeichnen hatten. Zusätzlich sehen wir ein Potenzial von rund 210 Mrd. Euro durch eine Steigerung des Marktanteils von ETFs in Europa von derzeit 1,4% auf 4,6% - wie derzeit in den USA. Dies geht von einem Nullwachstum bei den verwalteten Vermögenswerten aus und würde sogar zu noch höherem Wachstum führen, wenn man das Marktwachstum aus historischen Trends zugrunde legt.
Herr Hood, vielen Dank für das Gespräch.
Das Interview führte Thomas J. Caduff, Chefredakteur
Zur Person
Ted Hood ist Chief Executive Officer (CEO) bei Source UK Services Ltd in London. Vor dieser Tätigkeit war Ted Managing Director und Co-Head des Multi-Asset Structuring Teams bei Morgan Stanley, welches Derivativprodukte für Investoren aus Europa, dem Mittleren Osten und Afrika (EMEA) kreiert und vertreibt. Davor arbeitete er bei Morgan Stanleys Equity Product Group, wo er für die Entwicklung, Vermarktung und Durchführung von strukturierten Produkten und alternativen Fonds-Plattformen zuständig war. Zuvor war Ted Rechtsanwalt in den Londoner und New Yorker Büros von Cleary, Gottlieb, Steen & Hamilton mit Spezialisierung auf grenzübergreifende Finanztransaktionen. 1999 trat er Morgan Stanley als Vice President in der Steuerabteilung bei. Ted verfügt über einen magna cum laude-Studienabschluss in Jura der Cornell Law School, wo er auch als Redakteur der Cornell Law Review fungierte.
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