Gespräch mit Simon Klein,
Head of db x-trackers Sales, von der Deutschen Bank AG (db
x-trackers – Deutsche Bank Exchange Traded Funds), Frankfurt
am Main, www.dbxtrackers.ch.
Herr Klein, das ETF-Geschäft
der Deutschen Bank verzeichnet hohe Mittelzuflüsse. Was
sind die Gründe für den grossen Erfolg der db x-trackers
ETFs?
Ein Grund ist die hohe Innovationskraft
von db x-trackers. Ein grosser Teil der Zuflüsse konzentriert
sich auf ETFs, mit denen db x-trackers als erster am Markt
war. Ein Beispiel ist der Eonia Total Return-ETF, der den
Euro-Tagesgeldsatz abbildet und gleichzeitig eine implizite
Kapitalgarantie enthält. Andere Beispiele sind Short-ETFs,
die spiegelbildlich die Entwicklung von Aktien- und Rentenindizes
verfolgen können. Als zweiten Grund für den Erfolg der ETFs
von db x-trackers würde ich nennen, dass wir mit der Deutschen
Bank im Rücken jederzeit eine ausreichende Liquidität garantieren
können. Dieser Aspekt wird oft nicht genug beachtet. Denn
ein ETF kann nur dann richtig in einer Asset Allokation genutzt
werden, wenn er laufend auch in grossen Stückzahlen ge- und
verkauft werden kann.
Sie bieten eine Vielzahl
von Long- und Short-Produkten an. Weshalb ist das Interesse
für Short-ETFs so gross?
Mit den von db x-trackers auf
den Markt gebrachten Short-ETFs haben Investoren das erste
Mal die Möglichkeit, auf fallende Kurse an Aktien- oder Bondmärkten
zu reagieren. Das ist ein fundamentaler Unterschied, vorher
gab es für viele nur die Möglichkeit, aus dem Markt auszusteigen.
Ausserdem sind Short-ETFs von db x-trackers weiterhin Sondervermögen
nach UCITS III wie andere Fonds auch. Das heisst, Investoren
müssen nicht mehr auf derivative Strukturen ausweichen, um
von fallenden Kursen zu profitieren. Dieser Aspekt ist gerade
für institutionelle Investoren sehr wichtig.
Können Sie unseren Lesern
sagen, welche ETFs bei Ihnen das höchste verwaltete Volumen
verzeichnen?
Auf der Aktienseite ist das
grösste Volumen bei den db x-trackers ETFs auf den MSCI Emerging
Markets Index, den DJ EURO STOXX 50 Index und den MSCI USA
Total Return Index zu verzeichnen, die jeweils mehr als eine
Milliarde Euro verwalten. Unser grösster Renten-ETF ist der
db x-trackers Eonia Total Return ETF mit einem Volumen von
6,5 Milliarden Euro, der damit der grösste ETF Europas ist.
Ist Ihre Produktpalette
eher für institutionelle Investoren oder private Anleger
ausgerichtet?
Die Hauptzielgruppe sind eindeutig
institutionelle Investoren. Mit ihnen stehen wir auch in
engem Kontakt und wollen Produkte liefern, die sie langfristig
für ihre Portfolio-Allokation benötigen. Das sieht man gerade
am Erfolg unserer Renten-ETFs, die von institutionellen Investoren
in grossem Umfang gekauft werden. Das heisst aber nicht,
dass Privatanleger nicht ETFs von db x-trackers nutzen würden.
Das passiert auch in ständig steigendem Masse. Es ist vielmehr
so, dass Privatanleger schon stärker in ETFs engagiert sind,
als sie es sich bewusst sind. Denn Vermögensverwalter und
Dachfonds nutzen für ihre Privatkunden bereits intensiv unsere
ETFs. Dieser Trend wird nach unserer Einschätzung noch stark
zunehmen.
Noch eine abschliessende
Frage. Was für hauptsächliche Entwicklungen sehen Sie
im europäischen ETF-Markt in den kommenden Jahren?
Es kommen noch zahlreiche Innovationen
auf den Markt, die auf Nachfrage von Investoren stossen werden.
Es sind noch lange nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft,
um neue Produkte aufzulegen. Gleichzeitig erwarten wir, dass
vor allem institutionelle Investoren und professionelle Vermögensverwalter
noch viel stärker das Instrument ETF nutzen werden, um ihre
Asset-Allokation umzusetzen.
Herr Klein, vielen Dank
für das Gespräch.
Das Interview führte Thomas J.
Caduff, Chefredaktor.
Zur Person
Nach seinem Betriebswirtschaftstudium an der Friedrich Alexander
Universität in Nürnberg startete Simon Klein im Jahr 2000
seine Karriere in der Global Markets Division der Bayern
LB. Nach Einsätzen im Equity Sales und Trading wechselte
er 2005 zur INDEXCHANGE Investment AG und war als Senior
Sales Manager zuständig für den Bereich Exchange Traded Funds.
Im Sommer 2007 folgte der Wechsel zum Exchange Traded Fund-Geschäft
der Deutschen Bank AG. Als Head of db x-trackers Sales ist
er für den europaweiten Vertrieb zuständig.
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