 |
Börsengehandelte Indexfonds (ETFs) sind deutlich kostengünstiger als herkömmliche Fonds. Indexfonds verzichten auf personalintensive Recherchen zu Aktien- oder Rentenpapieren. Auch Direktbanken sind viel kostengünstiger als Filialbanken.
Sie verzichten auf ein Filialnetz und konzentrieren sich auf einfache Transaktionsleistungen wie Girokonten oder Aktiendepots – grundsätzlich ohne Beratung oder persönlichen Service.
So könnte die Vermutung nahe liegen, dass Deutschlands Direktbanken auch kostengünstige Sparpläne auf möglichst viele der rund 550 an der Frankfurter Börse gehandelten Indexfonds anbieten. Doch leider sieht die Realität gegenwärtig noch anders aus. Das Angebot an ETF-Sparplänen ist begrenzt und im Vergleich zu kostengünstigen Einmalanlagen in ETFs sogar relativ teuer.
Transaktionskosten
Beim Kauf und Verkauf von ETFs an der Börse fallen Transaktionskosten bei der Bank und für die Abwicklung über die Börse an. Dies gilt auch für ETF-Sparpläne. Direktbanken reichen diese Handelskosten beim Einrichten eines ETF-Sparplans an ihre Kunden weiter, indem sie häufig Mindestkosten von 2,50 Euro pro Sparrate plus 0,25% bis 0,4% des Anlagebetrages oder gar Mindestpauschalen von 2% bis 2,5% des Sparbetrages in Rechnung stellen. Diese Zusatzkosten machen das monatliche ETF-Sparen für niedrige Sparraten nach Auffassung von XENIX oft teuer.
Anbietervergleich für das ETF-Sparen
Die meisten Direktbanken decken bei ETF-Sparplänen vier Anlageklassen ab: Geldmarkt, Renten, Aktien und Rohstoffe (gemischt). In den meisten Fällen sind 50 bis 80 ETFs der rund 550 ETFs in Deutschland für das monatliche Sparen verfügbar. Das sind zwar nur 10-15% des gesamten deutschen Marktes, aber Sparpläne auf DAX-, EuroStoxx- und MSCI-Aktien-ETFs und breit gestreute Renten-ETFs findet man bei fast allen Direktbanken. Nur die ING-Diba bietet lediglich einen herkömmlichen Dachfonds an, der ausschließlich auf ETFs setzt, aber leider keinen ETF-Sparplan. Wesentlich besser machen es die meisten anderen deutschen Direktbanken, deren Angebot wir anhand von vier Kriterien verglichen haben: 1. Kosten (Preismodell), 2. Anzahl der ETF-Sparpläne und Anzahl der verschiedenen ETF-Anbieter, 3. Verfügbarkeit verschiedener Anlageklassen sowie
4. das Angebot an wiederanlegenden (thesaurierenden) ETFs für Standardmärkte. Comdirect bietet fast 40 thesaurierende ETFs an, gefolgt von der DAB, dem S-Broker und maxblue. Wiederanlegende Indexfonds bringen Langfristsparer schneller ans Ziel. Deshalb sollten Sparer grundsätzlich thesaurierenden ETFs den Vorzug geben.
Comdirect
| Kosten pro Sparrate |
2,50 Euro plus 0,4% |
| Anzahl ETF-Sparpläne und Anbieter |
87 ETFs von 8 Anbietern |
| Anzahl Anlageklassen* |
4 (Cash, Renten, Aktien, gem. Rohstoffe) |
| Anzahl thesaur. Standard-ETFs** |
3 Aktien-ETFs, 3 Renten-ETFs |
DAB Bank
| Kosten pro Sparrate |
2,50 Euro plus 0,25% |
| Anzahl ETF-Sparpläne und Anbieter |
61 ETFs von 5 Anbietern |
| Anzahl Anlageklassen* |
4 (Cash, Renten, Aktien, gem. Rohstoffe) |
| Anzahl thesaur. Standard-ETFs** |
5 Aktien-ETFs, keine Renten-ETFs |
CortalConsors
| Kosten pro Sparrate |
2,50 Euro plus 0,4% |
| Anzahl ETF-Sparpläne und Anbieter |
48 ETFs von 6 Anbietern |
| Anzahl Anlageklassen* |
4 (Cash, Renten, Aktien, gem. Rohstoffe) |
| Anzahl thesaur. Standard-ETFs** |
3 Aktien-ETFs, keine Renten ETFs |
Fazit
ETF-Sparpläne bei Direktbanken können ein wichtiger Baustein für den gezielten
Vermögensaufbau sein. Doch hohe Kosten bei kleinen Sparraten schmälern
die Erfolgschancen dieser Sparvariante sichtlich. Nur fleissige Sparer oder
Besserverdiener, die beispielsweise 500 Euro pro Monat (6.000 Euro pro Jahr)
in einen Aktien-ETF ansparen können, erhalten momentan ein akzeptables
Preis-Leistungs-Verhältnis. Beim Preisführer DAB Bank kostet ein ETF-Sparplan
mit 6.000 Euro und 12 Monatsraten insgesamt 45 Euro, d.h. 0,75% der Ansparsumme.
Bei Anbietern mit Pauschalgebühren wie CortalConsors bzw. S-Broker wären
es hingegen sogar 120 bzw. 150 Euro. Ein Kostenvergleich oder eine XENIX-Strategieberatung
kann sich also schon bezahlt machen.
* ETFs auf Immobilienaktien und REITS zählen zur Kategorie Aktien-ETFs. ETFs, die sich auf Hedgefonds beziehen, kombinieren mehrere Anlageklassen, stellen aber keine zusätzliche separate Anlageklasse dar.
** Anzahl wiederanlegender ETFs für Standard-Märkte, wie z.B. für Renten Euroland oder Aktien Europa bzw. globale Aktien.
Quelle: Angaben der Direktbanken, XENIX-Recherchen und Berechnungen; Stand: 10.01.2010
Autor & Copyright:
Dr. Markus Thomas,
Geschäftsführer XENIX Investor Services UG (Berlin), www.xenix.eu
XENIX® ist ein innovativer Honorarberater für private und institutionelle Anleger,
der auf ETFs und andere Index-Produkte spezialisiert ist.
Wichtige Information: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.
Vorgängige 
Archiv  |