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Interviews: Finanzen

[2011.12.19]Mit Alain Picard von der SIX Swiss Exchange, Zürich

Gespräch mit Alain Picard, Executive Director, Head Product Management, SIX Swiss Exchange, Zürich, www.six-swiss-exchange.com

Herr Picard, das Jahr 2011 ist bald Geschichte. Wie fällt Ihre Bilanz für das ETF-Segment aus? Haben Sie uns ein paar Zahlen?

Die Bilanz fällt erneut sehr positiv aus. Der Umsatz dürfte dieses Jahr die Marke von CHF 100 Mrd. übertreffen. Dies bedeutet wiederum einen Zuwachs von über 40% – ähnlich wie im Vorjahr. Zudem wurden über 150 neue ETFs kotiert, womit die Anzahl der Produkte auf über 750 anstieg. Mit State Street Global Advisors, Ossiam und Raiffeisen konnten wir zudem drei neue Produktanbieter an der Schweizer Börse willkommen heissen.

Kommen diese stolzen Zahlen überraschend für Sie? 2011 ist ja alles andere als ein gutes Börsenjahr.

Wir haben zwar mit weiterem Wachstum gerechnet – nicht aber in einem derartigen Umfang. Dabei war gerade die Unsicherheit ein wichtiger Grund für den Anstieg. So sind die Umsätze in ETFs auf physisches Gold geradezu explodiert. Ein anderer Unsicherheitsfaktor im Jahr 2011 war die meist überkritische Diskussion, welche rund um ETFs geführt wurde. Dabei wurde teilweise ausgeblendet, dass ETFs regulierte Anlagefonds sind, welche in der Schweiz dem Kapitalanlagengesetz unterstellt sind und vor der Kotierung an SIX Swiss Exchange von der FINMA bewilligt werden.

Und wie fällt Ihre Bilanz für das noch relativ junge ETP-Segment aus?

Mit Eröffnung des ETP-Segments sind wir einem Bedürfnis der Emittenten nachgekommen. Es ergänzt und bereichert die Auswahl an passiven Finanzprodukten an SIX Swiss Exchange. Immerhin haben schon vier Emittenten über 30 Produkte lanciert. Die Umsätze sind noch nicht riesig, steigen aber kontinuierlich. Auch das ETF-Segment hat einmal klein angefangen…

 


 

Haben Sie da nicht mehr erwartet?

Bei vielen neuen ETFs braucht es eine gewisse Zeit, bis sie sich im Markt etabliert haben. Dies ist bei den ETPs nicht anders. Vor allem Produkte auf physisch hinterlegte Edelmetalle können in der Schweiz als ETF aufgelegt werden, während dies in Europa nur als ETP möglich ist. Unter diesen Voraussetzungen sind wir mit der bisherigen Entwicklung zufrieden.

Können Sie uns verraten – Was hat die Schweizer Börse für die kommenden Monate in den „ETF- und ETP-Pipelines“?

Ich kann nur sagen, dass sowohl im ETF- wie auch im ETP-Segment weitere Produkte von bestehenden Emittenten im ersten Quartal 2012 lanciert werden dürften. Zudem sind wir mit neuen ETF/ETP- Anbietern im Gespräch.

Herr Picard, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Thomas J. Caduff, Chefredaktor.

Zur Person
Alain Picard ist zuständig für die Weiterentwicklung und Vermarktung des ETF-Segments und pflegt die Beziehungen zu Produktanbietern und Market Makern. Zudem zeichnet er für die Einführung neuer Finanzproduktsegmente (wie das im November 2010 lancierte ETP- Segment) verantwortlich. Seit 2011 leitet er das Produktmanagement aller Handelssegmente sowie die Händlerausbildung. Herr Picard hält einen Bachelor in Betriebswirtschaft sowie einen Master of Advanced Studies (MAS) in Private Banking & Wealth Management von Schweizer Fachhochschulen.

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