Interview mit Simon Klein, Head of ETFs – Europe, Société Générale CIB, Frankfurt am Main, www.lyxoretf.ch
Herr Klein, für Ihre Lyxor ETFs gibt es seit kurzem eine „ETF Charta“ – warum gerade jetzt diese Initiative?
Nun, wir nehmen die Diskussionen, insbesondere von den Regulatoren, die in der letzten Zeit über ETFs geführt wurden, sehr ernst. Dabei ist es allerdings so, dass die Kritik an ETFs sehr einseitig, vielfach überzogen und in einigen Fällen politisch motiviert ist. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass das Risiko von ETFs, die wie unsere Produkte physische Assets in Kombination mit einem Swap im Fondsvermögen halten, genauso gross ist wie von voll replizierenden ETFs, die Wertpapierleihe betreiben. Uns war es jedoch wichtig, die zentralen, häufig genannten Kritikpunkte, wie beispielsweise eine fehlende Transparenz und mangelnde Offenlegung der Kontrahenten bei Swap-Geschäften, durch die Einführung von Qualitätsstandards für unsere Produkte auszuräumen. Daneben stehen wir selbstverständlich, so wie bisher, im direkten Austausch mit den relevanten Gremien und diskutieren in konstruktiver Weise unsere Standpunkte.
Was sind die wichtigsten Punkte darin?
Die Lyxor ETF Charta hält fest, wie und mit welchen Qualitätsstandards wir arbeiten. Viele Aspekte sind für uns nicht neu, weil wir sie verinnerlicht und schon immer nach diesen Massstäben gehandelt haben. Neu ist, dass wir unseren Kunden diese Qualitätsstandards – physisch gesprochen – als einen Nachweis für unsere Verlässlichkeit schwarz auf weiss an die Hand geben.
Als Qualitätsanbieter erfüllt Lyxor mit der ETF-Charta drei wesentliche, übergreifende Kundenanforderungen: Transparenz, Effizienz und Liquidität.
So veröffentlichen wir täglich alle wichtigen Informationen – wie die Anlagewerte der Fonds, die Höhe des Kontrahentenrisikos und Details zum jeweiligen Kontrahenten bei den betreffenden Swap-Geschäften.
Des Weiteren haben wir uns zum Ziel gesetzt, das Kontrahentenrisiko für jeden Lyxor ETF auf täglicher Basis auf Null zu reduzieren – also deutlich unter die von den UCITS-Vorschriften erlaubte Höchstgrenze von 10 Prozent. Beim Index-Tracking streben wir einen Tracking-Error an, der unter einem Prozent liegen soll und den wir für jeden ETF veröffentlichen.
Wir haben für die Qualität des Asset Managements klare Massgaben gesetzt: Das Fondsvermögen, das von Lyxor ETFs gehalten wird, liegt in Form von Wertpapieren vor, die nicht an Dritte verliehen werden. Die Wertpapiere werden dabei in Form eines Sondervermögens ausschliesslich zum Nutzen des jeweiligen Fonds verwaltet.
Schliesslich setzen wir auf einen klar definierten Creation- und Redemption-Prozess mit authorisierten Marktteilnehmern. So stellen wir die Effizienz und Liquidität des Primär- und Sekundärmarktes sicher. Wir verpflichten uns dazu, mehrere autorisierte Marktteilnehmer (Authorised Participants – APs) sowie mehrere Market Maker zu nutzen.
Derzeit arbeiten Lyxor und Société Générale Corporate & Investment Banking mit mehr als 45 APs zusammen – ein liquider Handel über die Börse wird durch 15 Market Maker sicher gestellt. Die Handelsqualität auf den Sekundärmärkten wird durch die Listings an mehreren Börsen sowie eine kontinuierliche Preisstellung gewährleistet. Die Kunden können also auswählen, wo und mit wem sie handeln.
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