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Interviews: Finanzen

[2011.10.24]Mit Michael Schneider von Deutsche Bank, Frankfurt am Main

Interview mit Michael Schneider, Betreuung institutionelle Kunden im ETF-Bereich, Deutsche Bank, Frankfurt am Main, www.etf.db.com

Herr Schneider, die Suche nach Sicherheit in der Kapitalanlage ist 2011 das beherrschende Thema. Bemerken Sie das auch als ETF-Anbieter an der Entwicklung der Zuflüsse?

Auf jeden Fall. Ein gutes Beispiel ist das Segment Renten-ETFs. Hier bietet db X-trackers zum Beispiel ETFs an, die den iBOXX Gemany € Index in verschiedenen Abgrenzungen abbilden, also ausschliesslich die Entwicklung deutscher Staatsanleihen nachvollziehen. Diese ETFs haben mittlerweile ein Volumen von rund 700 Mio. Euro erreicht. Das zeigt uns, dass Anleger nach Kapitalanlagen suchen, die transparent zeigen, auf welche Basiswerte sich die Indizes beziehen. Hier können Anleger sicher sein, was die Bonität der Emittenten betrifft, und haben gleichzeitig Klarheit bei den Restlaufzeiten der betreffenden Anleihen. Auch unser Eonia ETF, der auf täglicher Basis den Eonia – das ist der Euro OverNight Index Average, der Geldmarktsatz auf dem Interbankenmarkt – abbildet, hat deutliche Zuflüsse gesehen. Er wird von Investoren gewählt, die ein Produkt mit hoher Liquidität suchen, und gleichzeitig das Risiko eines Kursverlustes bei steigenden Zinsen möglichst gering halten wollen.

Stichwort Bonitätsrisiko. Können Anleger sicher sein, dass sich in Ihren Euroland-ETFs nicht noch Risiken aus Griechenland-Anleihen verstecken?

Da können unsere Anleger absolut sicher sein. Unsere Euroland-ETFs bilden die iBOXX € Sovereign Eurozone Indizes ab. Dort sind griechische und auch portugiesische Anleihen schon länger aus dem Index eliminiert. Denn der Indexsponsor Markit zieht zur Bestimmung der Indexmitglieder die Ratings der grossen Agenturen Standard and Poor’s, Fitch und Moody’s heran. Nur wenn im Durchschnitt ein Investmentgrade-Rating besteht, kommen die Anleihen in den Index.

Welche anderen Beispiele für Sicherheits-Investments gibt es ausserhalb des festverzinslichen Segments?

Da würde ich vor allem unsere Gold-ETCs nennen. Gold hat nichts von seiner Stellung als bevorzugtes Sicherheits-Investment in volatilen Zeiten verloren. Das sieht man daran, dass unser Gold-ETC, den wir in Tranchen mit und ohne Euro-Währungssicherung anbieten, mittlerweile ein Volumen von mehr als einer Milliarde Euro erreicht hat. Vielleicht noch ein Satz zu der Produktentstehung: Die EU-Fondsrichtlinie UCITS erlaubt keine ETFs, die nur in einen Basiswert investieren. Daher haben wir diese Anlagemöglichkeit über einen ETC – Exchange Traded Commodities – eingerichtet. Da jeder ETC mit Gold in Höhe des ausstehenden Kapitals unterlegt ist, besteht dort ein sehr hohes Sicherheitsniveau. Das bedeutet, unser Gold-ETC ist ökonomisch mit den bewährten ETFs vergleichbar, gleichzeitig gehen wir damit konform mit den massgeblichen Richtlinien.

 


 

Anleger schauen nun sehr genau nicht nur auf sichere Anlagen, sondern auch auf eine sichere Produktkonstruktion. Bekommen Sie mehr Anfragen von Investoren über die Konstruktion Ihrer ETFs?

Da zahlt es sich aus, dass wir seit Beginn sehr transparent vorgegangen sind. Wir haben immer kommuniziert, dass unsere ETFs der synthetischen Indexreplikation folgen und dass ein Swap enthalten ist, damit der ETF möglichst genau die Indexrendite wiedergeben kann. Auch dass die Deutsche Bank unser Swap-Partner ist, haben wir immer klar gesagt. Dass Investoren unsere Produkte als sicher ansehen, kann man daran ablesen, dass db X-trackers ETFs in diesem Jahr bis Mitte Oktober rund 1,8 Mrd. Euro Netto-Mittelzuflüsse verzeichnet haben.

Welche Informationen stellen Sie Anlegern über Ihre ETFs zur Verfügung?

Auf unserer Webseite www.etf.db.com wird täglich aktualisiert gezeigt, welche Wertpapiere im ETF enthalten sind. Da die Indexrendite über den Swap erreicht wird, kann die Zusammenstellung des ETF-Portfolios vom Index abweichen, daher legen wir hier grossen Wert auf Transparenz. Wie sie wissen, hat sich die Diskussion über ETF-Konstruktionen zuletzt intensiviert. In diesem Zusammenhang setzen wir klar auf Transparenz. Ein Gegenparteien-Risiko kann entstehen, wenn der ETF einen Swap enthält oder in Wertpapierleihe engagiert ist. db X-trackers sagt klar, dass bei uns im ETF keine Wertpapierleihe stattfindet. Wir zeigen täglich aktualisiert, wie hoch jeweils das Swap-Risiko gegenüber unserem Swap-Partner Deutsche Bank ist. Bei den meisten Aktien-, Devisen-, Kredit- und Alternativen ETFs ist sogar für jeden ETF ein Sicherheitenkorb hinterlegt, dessen Wert das Fondsvolumen zwischen 7,5 und 20% übersteigt. Auch die Zusammensetzung dieses Sicherheitenkorbes ist täglich aktuell im Internet veröffentlicht.

Herr Schneider, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Thomas J. Caduff, Chefredaktor.

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