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Interviews: Finanzen

[2011.04.18]Mit Dr. Stefan Jaeger von Nettobank AG, Gossau

Gespräch mit Dr. Stefan Jaeger, CEO, Nettobank AG, Gossau, www.nettobank.ch

Herr Dr. Jaeger, können Sie unseren Leserinnen und Lesern kurz die Nettobank AG vorstellen?

Die Nettobank ist eine Vermögensverwaltungsbank, die sich eine konsequente Umsetzung des Online-Private-Banking-Konzepts zum Ziel gemacht hat. Die Nettobank bietet ihren Kunden diversifizierte, indexnahe und liquide Portfolios in Form von Einzelmandaten an. Die Eckpfeiler dieser Geschäftstrategie sind hochwertige, aber dennoch kostengünstige Anlagelösungen, die ausschliesslich Online vertrieben werden. Die Vermögensverwaltung basiert auf einer bewährten und transparenten Methodik, die den spezifischen Bedürfnissen verschiedenster Anleger Rechnung tragen kann. Die Umsetzung der Anlagestrategie erfolgt mit indexnahen, transparenten und liquiden Instrumenten mit Fokus auf ETFs. Die Aufteilung in die verschiedenen Anlageklassen basiert auf der individuellen Risikobereitschaft und Risikofähigkeit des Anlegers. Ebenfalls individuell kann sich der Anleger zwischen einem fixen Entschädigungssatz in Form einer Pauschalgebühr und einer erfolgsorientierten Mehrwertgebühr entscheiden.

Mit dieser Anlagemethode führt die Nettobank die langjährige Tradition der ältesten Schweizer Privatbank Wegelin & Co. im Vermögensverwaltungsgeschäft auf ihre bewährt innovative Art fort.

Was für Finanzprodukte setzen Sie ein?

Unsere Dienstleistung bildet eine indexnahe kostengünstige Vermögensverwaltung auf Basis eines Einzelmandats. Wir arbeiten nicht mit Einzeltiteln, sondern ausschliesslich mit börsengehandelten Fonds (ETFs), Indexfonds oder Zertifikaten. Die Auswahl der Instrumente erfolgt unabhängig und systematisch. Wo immer möglich, verzichten wir auf Bestandespflegekommissionen und vermeiden so Interessenkonflikte.

Welche Summe an Mindestkapital verlangen Sie?

In Abhängigkeit von der jeweils gewählten Anlageform sind verschiedene Mindesteinlagen vorgesehen. Diese Mindesteinlagen wurden bewusst so gewählt, dass bei allen angebotenen Anlageformen eine ausreichende Diversifikation der Kundenportfolios sichergestellt werden kann. Die Mindesteinlagen für die Anlageformen Basis und Realo liegen bei CHF 25'000. Für die Nettobank Flex Portfolios beträgt die Mindesteinlage CHF 50'000. Für Nettobank Select Portfolios ist eine Mindesteinlage von CHF 100'000 vorgesehen. Für jede weitere Einzahlung, die über die Mindesteinlage hinausgeht, ist kein Mindestbetrag mehr vorgesehen, da die notwendige Diversifikation bereits mit der Mindesteinlage gewährleistet wird.

 


 

Gibt es dafür verschiedene Konzeptlösungen und was für Kunden sprechen Sie damit an?

Wir unterscheiden zwischen fünf Anlagemöglichkeiten, wobei diese von der Risikofähigkeit und den Ansprüchen des Anlegers abhängig sind:

Die Anlageform Nominalo ist für Anleger, die sich ein nominaler Kapitalerhalt bei geringen Marktpreisschwankungen wünscht. Es ist die Anlageform mit den tiefsten Risiken und nur für Anleger zugänglich, die ein mit „sehr tief“ ermitteltes Risikoprofil haben. Realo ist der Gegenpol zu Nominalo und bietet einen realen Kapitalerhalt bei Inflation und in Krisensituationen. Die Anlageform Basis ist für unterschiedliche Risikoprofile erhältlich – abhängig von der Ermittlung gemäss Risikoanalyse. Alle drei Anlageformen beinhalten eine strategische Vermögensaufteilung und sind ab CHF 25'000 erhältlich. Die Anlageform Flex hat zusätzlich zu den Vorteilen der Anlageform Basis eine taktische Vermögensaufteilung und bietet ergänzende Diversifikation durch passive Satelliten (20-40%). Nettobank Select beinhaltet die Vorteile von der Anlageform Flex und darüber hinaus Zugang zu ausgesuchten, massgeschneiderten Instrumenten. Ein Risikobudget-Filter bietet den Vorteil einer aktiven Risikosteuerung abhängig vom Marktumfeld.

Sehen Sie für das ePrivate Banking in der Schweiz eine grosse Zukunft?

Verschiedene Studien gehen von einem erheblichen Marktpotenzial aus. Hintergrund ist die Tatsache, dass die Nutzung des Internets nicht nur stark zugenommen hat, sondern in immer neuen Lebensbereichen Einzug hält. Für viele Konsumenten ist es mittlerweile selbstverständlich, Bücher und Flugtickets elektronisch zu kaufen. Weshalb nicht auch online die Vermögensverwaltungs-Lösung auswählen? In diesem Feld sind wir Pioniere und wollen unsere Dienstleistung auch als etwas Neuartiges verstanden wissen, das sich nicht leicht mit bestehenden Angeboten vergleichen lässt.

Wir sind überzeugt, dass ein grosses Potenzial vorhanden ist und mit attraktiven Dienstleistungen und Know-how aus dem Private Banking, wie es die Nettobank bietet, die Bedürfnisse von Anlegern befriedigt werden können. Bereits heute und vermehrt in der Zukunft.

Herr Dr. Jaeger, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Thomas J. Caduff, Chefredaktor.

Zur Person
Dr. Stefan Jaeger ist seit 2003 bei Wegelin & Co. Privatbankiers tätig. 2006 war er verantwortlich für die Gründung der Wegelin Niederlassung Basel, die er bis 2009 führte. Stefan Jaeger studierte an der Universität Zürich Nationalökonomie mit der Vertiefung Bankbetriebswirtschaftslehre, Ökonometrie und Finanzmarkttheorie. Danach war Dr. Jaeger Assistent bei Prof. Dr. Heinz Zimmermann am Institut für Banken und Finanzen der Universität St. Gallen, wo er auch promovierte. Seit 2010 ist er CEO der Nettobank AG, einer Tochtergesellschaft der Wegelin & Co. AG. Zudem hat er einen Lehrauftrag an der Universität St. Gallen und ist Verwaltungsrat der Clientis Bank Oberuzwil. Stefan Jaeger, geboren 1965, ist nicht verheiratet, Vater von zwei Kindern und wohnt in Teufen/AR.

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