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Interview mit Thomas Merz, MSc, Vice President, ETF Business, Asset Management, Head ETF Switzerland Credit Suisse, Zürich (www.csetf.com)
Die Credit Suisse legt ein forsches Tempo im ETF-Geschäft an den Tag. Geht es so weiter?
Wir haben in den zurückliegenden Monaten unsere Produktpalette stark erweitert. Sieben neue Regionenbausteine ermöglichen es, den MSCI-Weltindex vollständig nachzubilden. Hierzu zählen die MSCI-Standard-Inzides Europa, Eurozone, Grossbritannien, USA, Kanada, Japan und Pazifik ex Japan. Mit sechs neuen ETFs auf die bekanntesten Aktienindizes aus der Eurozone (Euro Stoxx 50), USA (Dow Jones Industrial Average und NASDAQ 100), Grossbritannien (FTSE 100), Italien (FTSE MIB) und Japan (Nikkei 225) können Anleger breit diversifiziert und direkt in die weltweit wichtigsten Volkswirtschaften investieren. Mitte Mai wurde der CS ETF auf den wichtigen amerikanischen Leitindex S&P 500 aufgelegt. Als nächstes planen wir, unser Angebot im Bereich Emerging Markets weiter zu verfeinern. Zudem ist in der Pipeline, unser Produktangebot noch engmaschiger zu machen und somit auch die Kundenbedürfnisse abzudecken, die einzelne Substrategien mit unseren ETFs umsetzen möchten.
Sie haben die Website www.csetf.com neu gestaltet. Warum?
Die Credit Suisse hat ihre ETF-Produktpalette an ihre Markenstrategie angepasst und die Xmtch Fondsfamilie in Credit Suisse ETFs umbenannt. Die Namensänderung erfolgt aufgrund unserer europäischen Wachstumsstrategie. Der neue Name steht im Einklang mit unserer integrierten Bank und verweist auf die starke Zusammenarbeit zwischen den drei Divisionen Asset Management, Investment Banking und Private Banking, auf die unsere ETF-Produktpalette aufbaut. Wir haben lediglich den Namen unserer Produkte geändert. Das bedeutet, ausser dem Namen sowie den Bloomberg- und Reuters-Codes der Fonds ändert sich für unsere Kunden nichts. Unsere ETFs liefern die gleich hohe Qualität wie vorher. Unsere Kunden profitieren weiterhin von der langjährigen Erfahrung und Expertise der ETF-Spezialisten.
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Wie entwickeln sich Ihre drei Gold-ETFs?
Die starke Nachfrage nach Gold in den zurückliegenden Monaten ist nicht zuletzt die Folge einer zunehmenden Verunsicherung. Viele Investoren suchen Schutz im seltenen Edelmetall, das sich historisch stets bewährt hat. Das gilt nicht nur für Barren oder Münzen, sondern auch für Wertpapiere, deren Kursentwicklung dem Gold folgt. Hierzu zählen
auch Exchange Traded Funds (ETFs), die sich zu neuen, bedeutenden Akteuren am
Goldmarkt entwickelt haben. Wir haben am 6. Oktober 2009 unsere drei CS ETF on
Gold aufgelegt. Aufgrund unserer Expertise im ETF-Geschäft fanden auch diese 3 ETFs auf Gold einen sehr guten Anklang. Bis dato sind bereits 1,84 Mrd. CHF in unseren Gold ETF investiert.
Welche Wachstumsziele hat sich die Credit Suisse im ETF-Geschäft gegeben?
Unser klar kommuniziertes Ziel ist es, unseren ETF-Erfolg in der Schweiz mit ganzer Konsequenz nun auch nach Europa zu tragen. Unsere derzeitige Position als viertgrösster Anbieter in Europa zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren zu den 3 führenden europäischen ETF-Anbietern aufzuschliessen. Wir sind überzeugt, dass unsere Expertise von über 15 Jahren passiven Managements auch ausserhalb der Schweiz auf grosses Interesse stossen wird. Nicht die Anzahl der offerierten Produkte, sondern deren Qualität und Transparenz wird bei den Kunden den Unterschied ausmachen.
Wie verhält sich die Nachfrage von Privatanlegern vs. institutionellen Anlegern in diesem Segment nach Ihrer Meinung?
Derzeit werden ETFs noch überwiegend von institutionellen Investoren für die Umsetzung ihrer Anlagestrategie eingesetzt. Dies sind typischerweise aktive Portfoliomanager, Fund of Fund Manager oder auch Pensionskassen und Versicherungen, die zur Umsetzung vermehrt auch auf ETFs zurückgreifen. Andererseits sehen wir ein wachsendes Interesse an ETF auch bei sehr vermögenden Kunden sowie bei Privatkunden, wo diese transparenten Anlageprodukte auf immer grösseres Interesse stossen. Eine spezifische Besonderheit der ETFs ist ihre durchgehende Handelbarkeit, was sie auch bei Hedgefonds äusserst beliebt macht. Grob kann man sagen, dass ca. 70 Prozent unserer ETF-Umsätze aus dem Segment der Institutionellen Anleger stammt. Diese Gewichte werden sich meiner Meinung nach in Zukunft – auch wenn nur leicht – zugunsten der Endanleger verschieben. Ich rechne damit, dass wir allenfalls in drei Jahren eine Aufteilung 60/40 sehen werden.
Herr Merz, vielen Dank für das Gespräch.
Das Interview führte Thomas J. Caduff, Chefredaktor.
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Zur Person
Thomas Merz ist seit Mai 2006 als Vice President für das Asset Management der Credit Suisse in Zürich tätig. Herr Merz ist als Senior ETF-Spezialist im Bereich Quantitative Strategies Group tätig, wo er das CS ETF-Geschäft für die Schweiz leitet. Thomas Merz studierte an der Universität Zürich Naturwissenschaften mit Schwerpunkt Erdwissenschaften und Mathematik. Nach seinem Studium in Zürich studierte Herr Merz Volks- und Betriebswirtschaft an der Universität Basel. |
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