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Interviews

[2009.12.07]  Mit Simon Klein von der Deutschen Bank AG, Frankfurt

Gespräch mit Simon Klein, Head of db x-trackers Sales, von der Deutschen Bank AG (db x-trackers – Deutsche Bank Exchange Traded Funds), Frankfurt am Main, www.dbxtrackers.ch

Herr Klein, bald geht das Jahr 2009 zu Ende. Können Sie schon eine Bilanz ziehen?

Die Bilanz fällt sehr positiv aus. db x-trackers verwaltet per Anfang Dezember 2009 in seinen ETFs mehr als 25 Mrd. Euro. Damit haben uns Investoren 2009 mehr als vier Milliarden Euro zusätzlich anvertraut (Info: Lt. BVI-Absatzstatistik: 4,3 Mrd. Euro in 2009 Mittelzufluss per Ende Oktober). Die reinen Zahlen sind aber nur das eine. Viel mehr zählt, dass wir mit innovativen ETFs Anlegern neue Alternativen bieten können, wie mit den rolloptimierten Rohstoff-Fonds, die wir 2009 nach Europa gebracht haben. Mit dem ebenfalls 2009 lancierten Hedgefonds-ETF haben wir sogar eine ganz neue Anlageklasse ETF-Investoren zugänglich gemacht.

… und uns einen Ausblick fürs 2010 geben?

Wir wollen sicher weiter wachsen und uns weiter unter den grössten ETF-Anbietern Europas etablieren. Natürlich sehen wir uns auch genau an, welche neuen ETFs wir unseren Investoren anbieten werden. Aber hier gilt wie in der Vergangenheit, dass Qualität von Quantität steht. Wir werden nur in den Anlageklassen ETFs auflegen, in denen die Produkte einen echten Mehrwert für die Depots unserer Kunden bieten.

Kommen wir nochmals aufs laufende Jahr zurück. Was waren in Ihrem Hause die Highlights?

Wir haben im Sommer die Vollbesicherung für nahezu alle Aktien-, Rohstoff- und Devisen-ETFs eingeführt. Das heisst, dass für jeden dieser Indexfonds ein Sicherungspool hinterlegt ist, in Höhe von mindestens 108 Prozent des NAV. Somit gibt es in der Praxis kein Kontrahentenrisiko mehr bezüglich des Swap-Anteils in unseren ETFs. Mit dieser Innovation haben wir auf das gestiegene Sicherheitsbedürfnis vieler Anleger reagiert. Die positiven Reaktionen auf diesen Schritt geben uns Recht. Ein weiterer wichtiger strategischer Schritt war, dass wir es geschafft haben, Short-ETFs als sinnvolle Anlagealternative zu etablieren, die von professionellen Investoren sehr besonnen eingesetzt werden. Denn mit richtig eingesetzten Short-ETFs kann das Risiko in einem Depot sogar gesenkt werden.

Sie haben als erster europäischer ETF-Anbieter mit dem db x-trackers DJ EURO STOXX 50 ETF einen ETF mit 0% Verwaltungsgebühr gebracht. Wie sind die Erfahrungen damit?

Wir haben von vorne herein gesagt, dass wir durch die Senkung der Verwaltungsgebühr auf Null Prozent nichts am Investmentprozess ändern. Wir haben ja bereits seit Auflage des db x-trackers DJ EURO STOXX 50 ETF durch Zusatzerträge den unterliegenden Index um 0,5 Prozent nach Kosten jedes Jahr geschlagen. Aus dieser Outperformance wird seit Mitte 2008 konsequent die Verwaltungsgebühr bezahlt. Dies wird von Investoren honoriert. Das Volumen in dem db x-trackers DJ EURO STOXX 50 ETF ist seit der Gebührensenkung deutlich gestiegen. Mit aktuell 2,4 Mrd. Euro Fondsvolumen (Info: lt. Webseite db x-trackers, 03.12.2009) zählt er zu den grössten Aktien-ETFs Europas.

Wird der ETF-Markt weiter so stürmisch wachsen?

In Prozentzahlen wird er natürlich nicht mehr so stark wachsen. Nach Zahlen der Deutschen Bank umfasst der europäische ETF-Markt bereits 139 Mrd. Euro per Ende November. Aber die Wachstumstreiber für die Branche sind immer noch vorhanden: Institutionelle Investoren nutzen verstärkt ETFs, weil sie damit ihre Anlagestrategien sauber und kostengünstig umsetzen können. Jede neue Anlageklasse, die wir mit ETFs neu erschliessen, verstärkt den Trend. Auch Dachfonds und Vermögensverwaltungen setzen immer stärker auf Indexfonds, damit gewinnt das Produkt ETF auch an Bedeutung für den Endkunden.

Herr Klein, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Thomas J. Caduff, Chefredaktor.

Zur Person
Nach seinem Betriebswirtschaftstudium an der Friedrich Alexander Universität in Nürnberg startete Simon Klein im Jahr 2000 seine Karriere in der Global Markets Division der Bayern LB. Nach Einsätzen im Equity Sales und Trading wechselte er 2005 zur INDEXCHANGE Investment AG und war als Senior Sales Manager zuständig für den Bereich Exchange Traded Funds. Im Sommer 2007 folgte der Wechsel zum Exchange Traded Fund-Geschäft der Deutschen Bank AG. Als Head of db x-trackers Sales ist er für den europaweiten Vertrieb zuständig.

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