Kommen wir nochmals aufs laufende Jahr zurück. Was waren in Ihrem Hause
die Highlights?
Wir haben im Sommer die Vollbesicherung für nahezu alle Aktien-, Rohstoff- und Devisen-ETFs eingeführt. Das heisst, dass für jeden dieser Indexfonds ein Sicherungspool hinterlegt ist, in Höhe von mindestens 108 Prozent des NAV. Somit gibt es in der Praxis kein Kontrahentenrisiko mehr bezüglich des Swap-Anteils in unseren ETFs. Mit dieser Innovation haben wir auf das gestiegene Sicherheitsbedürfnis vieler Anleger reagiert. Die positiven Reaktionen auf diesen Schritt geben uns Recht. Ein weiterer wichtiger strategischer Schritt war, dass wir es geschafft haben, Short-ETFs als sinnvolle Anlagealternative zu etablieren, die von professionellen Investoren sehr besonnen eingesetzt werden. Denn mit richtig eingesetzten Short-ETFs kann das Risiko in einem Depot sogar gesenkt werden.
Sie haben als erster europäischer ETF-Anbieter mit dem db x-trackers DJ EURO STOXX 50 ETF einen ETF mit 0% Verwaltungsgebühr
gebracht. Wie sind die Erfahrungen damit?
Wir haben von vorne herein gesagt, dass wir durch die Senkung der Verwaltungsgebühr auf Null Prozent nichts am Investmentprozess ändern. Wir haben ja bereits seit Auflage des db x-trackers DJ EURO STOXX 50 ETF durch Zusatzerträge den unterliegenden Index um 0,5 Prozent nach Kosten jedes Jahr geschlagen. Aus dieser Outperformance wird seit Mitte 2008 konsequent die Verwaltungsgebühr bezahlt. Dies wird von Investoren honoriert. Das Volumen in dem db x-trackers DJ EURO STOXX 50 ETF ist seit der Gebührensenkung deutlich gestiegen. Mit aktuell 2,4 Mrd. Euro Fondsvolumen (Info: lt. Webseite db x-trackers, 03.12.2009) zählt er zu den grössten Aktien-ETFs Europas.
Wird der ETF-Markt weiter so stürmisch wachsen?
In Prozentzahlen wird er natürlich nicht mehr so stark wachsen. Nach Zahlen der Deutschen Bank umfasst der europäische ETF-Markt bereits 139 Mrd. Euro per Ende November. Aber die Wachstumstreiber für die Branche sind immer noch vorhanden: Institutionelle Investoren nutzen verstärkt ETFs, weil sie damit ihre Anlagestrategien sauber und kostengünstig umsetzen können. Jede neue Anlageklasse, die wir mit ETFs neu erschliessen, verstärkt den Trend. Auch Dachfonds und Vermögensverwaltungen setzen immer stärker auf Indexfonds, damit gewinnt das Produkt ETF auch an Bedeutung für den Endkunden.
Herr Klein, vielen Dank für das Gespräch.
Das Interview führte Thomas J. Caduff, Chefredaktor.
Zur Person
Nach seinem Betriebswirtschaftstudium an der Friedrich Alexander Universität in Nürnberg startete Simon Klein im Jahr 2000 seine Karriere in der Global Markets Division der Bayern LB. Nach Einsätzen im Equity Sales und Trading wechselte er 2005 zur INDEXCHANGE Investment AG und war als Senior Sales Manager zuständig für den Bereich Exchange Traded Funds. Im Sommer 2007 folgte der Wechsel zum Exchange Traded Fund-Geschäft der Deutschen Bank AG. Als Head of db x-trackers Sales ist er für den europaweiten Vertrieb zuständig.
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