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Interviews

[2009.04.29]  Mit Simon Klein von der Deutschen Bank AG, Frankfurt

Gespräch mit Simon Klein, Head of db x-trackers Sales, von der Deutschen Bank AG (db x-trackers – Deutsche Bank Exchange Traded Funds), Frankfurt am Main, www.dbxtrackers.ch.

Herr Klein, das ETF-Geschäft der Deutschen Bank verzeichnet hohe Mittelzuflüsse. Was sind die Gründe für den grossen Erfolg der db x-trackers ETFs?

Ein Grund ist die hohe Innovationskraft von db x-trackers. Ein grosser Teil der Zuflüsse konzentriert sich auf ETFs, mit denen db x-trackers als erster am Markt war. Ein Beispiel ist der Eonia Total Return-ETF, der den Euro-Tagesgeldsatz abbildet und gleichzeitig eine implizite Kapitalgarantie enthält. Andere Beispiele sind Short-ETFs, die spiegelbildlich die Entwicklung von Aktien- und Rentenindizes verfolgen können. Als zweiten Grund für den Erfolg der ETFs von db x-trackers würde ich nennen, dass wir mit der Deutschen Bank im Rücken jederzeit eine ausreichende Liquidität garantieren können. Dieser Aspekt wird oft nicht genug beachtet. Denn ein ETF kann nur dann richtig in einer Asset Allokation genutzt werden, wenn er laufend auch in grossen Stückzahlen ge- und verkauft werden kann.

 


 

Sie bieten eine Vielzahl von Long- und Short-Produkten an. Weshalb ist das Interesse für Short-ETFs so gross?

Mit den von db x-trackers auf den Markt gebrachten Short-ETFs haben Investoren das erste Mal die Möglichkeit, auf fallende Kurse an Aktien- oder Bondmärkten zu reagieren. Das ist ein fundamentaler Unterschied, vorher gab es für viele nur die Möglichkeit, aus dem Markt auszusteigen. Ausserdem sind Short-ETFs von db x-trackers weiterhin Sondervermögen nach UCITS III wie andere Fonds auch. Das heisst, Investoren müssen nicht mehr auf derivative Strukturen ausweichen, um von fallenden Kursen zu profitieren. Dieser Aspekt ist gerade für institutionelle Investoren sehr wichtig.

Können Sie unseren Lesern sagen, welche ETFs bei Ihnen das höchste verwaltete Volumen verzeichnen?

Auf der Aktienseite ist das grösste Volumen bei den db x-trackers ETFs auf den MSCI Emerging Markets Index, den DJ EURO STOXX 50 Index und den MSCI USA Total Return Index zu verzeichnen, die jeweils mehr als eine Milliarde Euro verwalten. Unser grösster Renten-ETF ist der db x-trackers Eonia Total Return ETF mit einem Volumen von 6,5 Milliarden Euro, der damit der grösste ETF Europas ist.

Ist Ihre Produktpalette eher für institutionelle Investoren oder private Anleger ausgerichtet?

Die Hauptzielgruppe sind eindeutig institutionelle Investoren. Mit ihnen stehen wir auch in engem Kontakt und wollen Produkte liefern, die sie langfristig für ihre Portfolio-Allokation benötigen. Das sieht man gerade am Erfolg unserer Renten-ETFs, die von institutionellen Investoren in grossem Umfang gekauft werden. Das heisst aber nicht, dass Privatanleger nicht ETFs von db x-trackers nutzen würden. Das passiert auch in ständig steigendem Masse. Es ist vielmehr so, dass Privatanleger schon stärker in ETFs engagiert sind, als sie es sich bewusst sind. Denn Vermögensverwalter und Dachfonds nutzen für ihre Privatkunden bereits intensiv unsere ETFs. Dieser Trend wird nach unserer Einschätzung noch stark zunehmen.

Noch eine abschliessende Frage. Was für hauptsächliche Entwicklungen sehen Sie im europäischen ETF-Markt in den kommenden Jahren?

Es kommen noch zahlreiche Innovationen auf den Markt, die auf Nachfrage von Investoren stossen werden. Es sind noch lange nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um neue Produkte aufzulegen. Gleichzeitig erwarten wir, dass vor allem institutionelle Investoren und professionelle Vermögensverwalter noch viel stärker das Instrument ETF nutzen werden, um ihre Asset-Allokation umzusetzen.

Herr Klein, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Thomas J. Caduff, Chefredaktor.

Zur Person
Nach seinem Betriebswirtschaftstudium an der Friedrich Alexander Universität in Nürnberg startete Simon Klein im Jahr 2000 seine Karriere in der Global Markets Division der Bayern LB. Nach Einsätzen im Equity Sales und Trading wechselte er 2005 zur INDEXCHANGE Investment AG und war als Senior Sales Manager zuständig für den Bereich Exchange Traded Funds. Im Sommer 2007 folgte der Wechsel zum Exchange Traded Fund-Geschäft der Deutschen Bank AG. Als Head of db x-trackers Sales ist er für den europaweiten Vertrieb zuständig.

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