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Der ETF-Markt ist bekanntlich
hart umkämpft. Verstehen Sie sich als Nischenplayer oder
werden Sie eines Tages auch alle grossen Indizes abdecken?
Rohstoffe konnten sich im Laufe
der letzten Jahre als Assetklasse etablieren, nicht zuletzt
durch die ETC-Produktpalette. Hier sind wir eindeutig Markt-
und Innovationsführer. Es liegt nahe, das bisherige Universum
basierend auf „Rohstoffen“ und „Alternativen Aktien-Themen“ Schritt
für Schritt zu erweitern. ETF Securities Ltd's Selbstverständnis
ist es, auch in Zukunft mit innovativen und transparenten Produktkonzepten
einen deutlichen Mehrwert für Investoren zu generieren.
Welches sind die am meisten
nachgefragten ETCs und ETFs bei Ihnen?
Seit mehreren Monaten können
wir ein einen sehr starken Zustrom in physische Gold-ETCs (Gold
ist physisch hinterlegt), den Energiekomplex und in den Sektor
Landwirtschaft verzeichnen. Die meisten Investoren engagieren
sich im Sektor Energie über Crude Oil-ETCs und einem ETC auf
die Ölsorte Brent. In unseren physischen Gold-ETCs halten Investoren
aktuell mehr als sieben Millionen Unzen Gold. Das grosse Interesse
an Gold wird stets mit den Argumenten „Sicherer Hafen“ und „Inflation“ begründet.
Im Bereich der Aktien-ETFs, welche
Anfang dieses Jahres in Deutschland gelistet wurden, stehen
ETFs auf Alternative Energie, Wasser und Nuklearenergie im
Fokus.
Sind Ihre Zielkunden eher
institutionelle Investoren oder private Anleger?
Der institutionelle Anleger steht
im Fokus. ETFs und ETCs im Allgemeinen haben sich bei institutionellen
Anlegern bereits zu sehr etablierten Instrumenten entwickelt,
mit denen verschiedenste Assetklassen, Märkte, Themen und entsprechende
Strategien umgesetzt werden können. Seit Jahren verzeichnen
ETFs und ETCs steigendes Anlagevolumen mit zweistelligen jährlichen
Wachstumsraten.
Auch Privatanleger beginnen,
die zahlreichen Vorteile von ETFs und ETCs zu erkennen und
aktiv zu nutzen. Es wird geschätzt, dass in Deutschland bereits
15% der ETFs von Privatinvestoren gehalten werden. Bei ETCs
sollte dieser Anteil etwa 5% betragen. Transparenz, Kosteneffizienz,
Sicherheit und Einfachheit zählen zu den Vorzügen der ETFs
und ETCs, was insbesondere im aktuellen Marktumfeld zu gesteigertem
Interesse bei allen Anlegern führt.
Können Sie uns abschliessend
noch etwas über Ihre Produktepipeline verraten?
„ETF Exchange“ ist eines unserer
jüngsten Projekte. Dahinter verbirgt sich ein Konsortium, das
unter dem Namen „ETF Exchange“ gemeinsam als Emittent auftritt.
Damit wollen wir das „neue Zukunfts-ETF-Modell“ etablieren.
Ziel von „ETF Exchange“ ist es, Investoren weltweit die liquidesten
börsengehandelten Produkte, Exchange Traded Products (ETPs),
mit dem besten Kredit-Rating anzubieten. „ETF Exchange“ nutzt
mehrere austauschbare Gegenparteien für eine exakte und stabile
Abbildung des Index. Die neue Struktur hilft, Risiken zu senken,
da keine Abhängigkeit von einer einzelnen Gegenpartei besteht
und sie erhöht die Liquidität, da Investoren die Preise mehrerer
Market Maker vergleichen können. Sie erhalten so den wirklichen
Wettbewerbspreis und haben Arbitragemöglichkeiten. Aktuell
haben 15 globale Banken und Assetmanager Interesse bekundet,
an „ETF Exchange“ mitzuwirken.
Herr Geister, vielen Dank
für das Gespräch.
Das Interview führte Thomas J.
Caduff, Chefredaktor.
Zur Person
Michael Geister ist seit 2002 im Bereich Finanzwesen tätig. Über
die BNP Paribas zur Société Générale gekommen, wo er in den letzten
fünf Jahren in verschiedenen Bereichen in Paris, London und Frankfurt
im Einsatz war. Seit 2007 ist Michael Geister bei ETF Securities
Ltd verantwortlich für den Aufbau des Deutschlandgeschäfts mit
institutionellen Investoren, seit kurzem hat er auch die Verantwortung
für das Skandinaviengeschäft.
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